Sonntag, 18. Juni 2017

Sind die Medien noch zu retten? [Rezension]

"Systemmedien", "Lügenpresse" und Co.! Das sind Vorwürfe, die sich die deutschen Medien aus einigen Teilen der Bevölkerung anhören darf. Ist diese Kritik wirklich berechtigt? Eindeutig ja, meinen Thilo Baum und Frank Eckert. In ihrem Buch "Sind die Medien noch zu retten?" gehen sie hart mit ihren Kollegen ins Gericht. Doch die beiden üben nicht nur Kritik


Kurz zum Inhalt von “Sind die Medien noch zu retten?”


"Immer mehr Menschen beklagen, was sie sehen, hören und lesen und die Medienkritik nimmt zu – bis hin zum Vorwurf der ‘Lügenpresse. Doch welche Kritik ist berechtigt und welche nicht?
Dieses Buch zeigt, wie Medien mit ihrem Verhalten das Publikum vertreiben, und wie Medien ungewollt zum Rechtsruck in Deutschland beitragen.

Ein Großteil der Kritik argumentiert politisch: Medien würden bestimmte Strömungen verschweigen, andere dagegen fördern. Trifft dieser Vorwurf wirklich zu oder gibt es noch andere Gründe, weshalb Medien immer mehr an Reichweite verlieren? Dieses Buch geht den Gründen für die aktuelle Vertrauenskrise nach und stellt fest, dass viele Fehler und Defizite gar keine komplizierten Ursachen haben, sondern auf mangelhafter Kenntnis und Anwendung des journalistischen handwerks beruhen: Medien verkaufen Meinungen als Tatsachen, schmieden aus Eitelkeit Kampagnen oder halten sich nicht an rechtsstaatliche Prinzipien.

Die beiden Autoren legen den Finger in die Wunde und unterbreiten konkrete Vorschläge, was Medien liefern sollten, um glaubwürdig zu sein: Journalismus statt Politik, sachliche Berichte statt Polemik und Kommunikation auf Augenhöhe statt von oben herab." (Quelle: Klappentext)

Meine Meinung


Polemisch fragen die beiden Autoren, ob die deutschen Medien noch zu retten seien. Diese Kritik wirkt hart. Dennoch trifft sie genau den Geist der Zeit. Natürlich ist die deutsche Medienlandschaft zu retten! Denn immerhin war sie nie verloren. Sie muss nur an sich arbeiten, sich auf das Handwerk zurückbesinnen. Das Buch "Sind die Medien noch zu retten?" liefert eine Analyse des Status Quo und untermauert die Argumentation mit Fakten und aktuellen Ereignissen.

So betrachten Baum und Eckert differenziert den Vorwurf der “Lügenpresse”, erklären woher der Begriff stammt, was er bedeutet und in welchem Kontext er heute verwendet wird. Dabei malen sie jedoch nicht schwarz und weiß, sondern setzen alles in einen Zusammenhang.

Kurzweilig und unterhaltsam rütteln die Autoren jedoch nicht nur Journalisten wach, sondern auch die Rezipienten. Denn auch der Konsument benötigt Medienkompetenz, um zu verstehen, wie Berichterstattung funktioniert. Dabei legen Baum und Eckert in ihrem Buch ihr Hauptaugenmerk darauf, dass sie Journalisten zurück zu ihrer verantwortungsvollen Aufgabe geleiten. Sie sollen sich auf das journalistische Handwerk besinnen: Sorgfältige Recherche und eine sachliche Auseinandersetzung statt Fake-News oder alternative Fakten. Die Autoren liefern Vorschläge für Medienmacher. Denn nur so können die Medien rechtem und linken Populismus den Nährboden entziehen. Ein Journalist "stellt die Realität dar und erfindet nichts; man verschweigt nichts Relevantes; man hält sich mit Tendenzvokabeln in Berichten zurück und bringt Meinungen im Kommentar. Man versteht sich nicht als Halbgott, sondern als Handwerker, der seinen Job macht", heißt es im Buch. Und damit treffen die Autoren genau ins Schwarze.

Fazit: Wer erwartet, dass die Autoren kein gutes Haar an den deutschen Medien lassen, der wird bitterlich enttäuscht. Das Buch macht Mut. Denn handwerklich guter Journalismus ist heutzutage wichtiger denn je.

Für das Buch gibt es von mir fünf von fünf Bewertungsvögelchen.






Titel: "Sind die Medien noch zu retten?"
Autoren: Thilo Baum, Frank Eckert
Seiten: 422
Verlag: Midas Verlag
Preis: 17,90 Euro
ISBN: 978-3907100882

Das Buch könnt ihr hier bestellen.


Das Buch wurde mir kostenlos durch "Blogg dein Buch" und den Autoren zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wieder.


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